Moorschutz

Moorschutz im Landkreis Nienburg

Bis heute wurden in Deutschland etwa 99 Prozent aller Moore entwässert und abgebaut oder land- und forstwirtschaftlich genutzt. Das sind etwa 1.500.000 ha, bzw. 4,2 Prozent der Fläche. 10 Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jährlich verbraucht, der größte Teil im Gartenbau.

Es gibt zwei Moortypen: Niedermoore (Sümpfe) mit Grundwasser bis zur Oberfläche und Hochmoore, deren Oberfläche durch Torf vom Grundwasser getrennt ist und die daher nur vom Regenwasser leben.

An die teilweise extremen Lebensbedingungen in den Hochmooren haben sich ganz bestimmte Tier- und Pflanzenarten angepasst, die in der Regel selten sind und unter Naturschutz stehen wie z.B. der Hochmoorbläuling oder der fleischfressende Sonnentau.

Moore sind mit ihren Torflagern heute ein sehr wichtiger CO2-Speicher zum Schutz des Klimas. Da in Niedersachsen Landwirtschaft zu 40% auf Torfböden durchgeführt wird, werden durch Mineralisierung des Torfs große Mengen Treibhausgase in die Luft gegeben.

Die BUND-Kreisgruppe will lebende Moore schützen und geschädigte oder abgebaute Moore renaturieren:

Im Krähenmoor bei Nienburg betreute die BUND-Kreisgruppe zusammen mit dem Landkreis Nienburg ein Projekt:

durch Verfüllen von Gräben und Bau von Wällen wurde der Wasserstand erhöht, so dass sich wieder Torfmoose und moortypische Pflanzen ansiedeln können. Auch moortypische Tiere, wie die Hochmoormosaikjungfer, eine Libellenart der Roten Liste sind inzwischen zurückgekehrt.

Im Lichtenmoor hatten 2012 BUND und NABU ein Naturschutzgebiet beantragt. Der Kreistag setzte dafür eine Kommission ein, bestehend aus Vertretern von Verwaltung, Kommunen, Landwirtschaft, Torfindustrie und Naturschutzverbänden. Dieses Gremium hat in 19 Sitzungen bis 2017 einen Kompromiss erarbeitet. Danach wird es ein beruhigtes Naturschutzgebiet geben, aber auch Flächen für die Landwirtschaft. Ein neuartiges Flurbereinigungsverfahren, das ausdrücklich auch der Moorentwicklung im Sinne des Klimaschutzes dienen soll, wurde genehmigt, mit einer Fördersumme von über 3,5 Mio Euro.

Hier geht es auch um den Schutz von noch erhaltenen Moorflächen mit seltenen Tieren, wie den vom Aussterben bedrohten Falter-Arten Hochmoorperlmutterfalter und Hochmoorbläuling.

 Im Uchter Moor wird vom BUND-Projekt „Diepholzer Moorniederung“ Wiedervernässung zur Förderung des Klimaschutzes umgesetzt.

Zusammen mit der „Faunistischen Arbeitsgemeinschaft Moore“, die Engagierte Moorschützer von Osnabrück bis Hannover vereinigt, wurden seit vielen Jahren zahlreiche Pflegeeinsätze in unseren Mooren, besonders im Rehburger Moor und im Krähenmoor, durchgeführt. Dabei ging es darum, mehr Nässe in die Moore zu bringen.

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Ansprechpartner

Lothar Gerner


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