Verschwendung von Torfreserven

Torfabbau: 30 Jahre Öde

Pressetext

 

Torfabbau in Darlaten: Naturschutzverbände sind dagegen

 

In Darlaten hat die Firma COMPO auf 170 Hektar für die kommenden 30 Jahre Torfabbau beantragt. Dieses Vorhaben wird von den Naturschutzverbänden „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) und „Naturschutzbund“ (NABU) strikt abgelehnt. In einer ausführlichen Stellungnahme haben die beiden Verbände dem Landkreis ihren Standpunkt mitgeteilt.

Ein wichtiges Argument gegen den Torfabbau ist der Klimaschutz. Denn durch den Abbau von 2,25 Mio. m³ Torf werden ca. 700.000 t Kohlenstoffdioxid in die Luft abgegeben, eine immense Menge, die das Klima anheizt. „Und das alles nur für den Hobby-Gartenbau: versteckt in sogenannten Pflanzerden kaufen die Menschen hauptsächlich diesen Torf“,  empört sich Lothar Gerner vom BUND, „diese klimaschädliche  Verschwendung unserer Torfreserven sollte schleunigst aufhören.“ Auch wenn sich der Torf in Darlaten durch die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen allmählich in Kohlenstoffdioxid verwandelt, sind die Naturschutzverbände der Meinung, dass die Landwirtschaft künftig nur einen Teil des Torfs in Klimagase verwandelt.

Ein zweiter gravierender Mangel des Abbauantrags ist die Nichtbeachtung des Raumordnungsverfahrens von 2003, stellen BUND und NABU fest, denn dort wurde festgelegt, dass eine 50 cm dicke Schwarztorfschicht nach Abbau stehenbleiben muss, um wieder Moor entstehen lassen zu können. Diese Schicht sei aber bei diesem Abbau nicht vorgesehen. „Das können wir nicht akzeptieren“, so Jens Rösler vom NABU, „die Vorgaben des Raumordnungsverfahrens müssen eingehalten werden. Daher muss auf jeden Fall eine dickere Torfschicht stehen bleiben.“

Für die Entwässerung zum Torfabbau sollen etliche Gräben in den Sanduntergrund vertieft werden, kritisieren die Naturschutzverbände, und das gesamte Wasser soll mitten durch das jetzige Naturschutzgebiet geleitet werden. „Hier fehlt die Prüfung, ob das Wasser nicht unschädlicher in andere Richtung fließen kann“, bemängelt Lothar Gerner die Planung, „und die enorme Tiefe der Gräben verhindert die Wiedervernässung nach Torfabbau. So entsteht nie wieder  neues Moor!“

Auch bei der Untersuchung der Vogelwelt zeigt der Antrag der Firma COMPO, nach Ansicht der Verbände, gravierende  Mängel. „Wichtige vorkommende Arten, wie Kleinspecht, Heidelerche und Pirol, wurden gar nicht festgestellt“, beklagt Jens Rösler, „bei anderen wurden falsche Anzahlen angegeben. Die Bedeutung des heckenreichen Grünlands als Nahrungs- und Brutraum für die Vögel wurde völlig falsch dargestellt. Auch die Fledermäuse wurden nicht untersucht“.

Auch wenn die Flächen im Raumordnungsprogramm des Landkreises für Torfabbau vorgesehen sind, lehnen die Verbände aus den dargestellten Gründen den Torfabbau in Darlaten ab.

Gleichzeitig fordern sie die Bürger auf, beim Kauf von Gartenerden aus Klimaschutzgründen nur torffreie Erden zu kaufen. Hier finden Sie eine Übersicht der Nienburger Einkaufsquellen zum Herunterladen.



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