Glyphosat

Der Wirkstoff Glyphosat nimmt den Spitzenplatz im Gesamtabsatz von Herbiziden ein und wurde von der Weltgesundheitsorganisation 2015 als “wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Glyphosat muss auch als eine wichtige Ursache für die Verluste der Biodiversität in der Agrarlandschaft angesehen werden. Die Funde des Wirkstoffes und seiner unmittelbaren Abbauprodukte, aber auch anderer Pestizidwirkstoffe im Oberflächen- und Grundwasser Niedersachsens, sind sehr bedenklich.

Die Folgen der Glyphosatbelastung von Nahrungsmitteln sind immer noch zu wenig untersucht, obwohl Studien das Gift im Urin von 2000 Proben nachgewiesen haben.

Die Neubewertung von Glyphosat durch die WHO ist alarmierend und muss endlich Konsequenzen haben. Die WHO widerspricht der bisherigen Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR).

Glyphosat-Anwendungen kurz vor der Ernte, auf Grünflächen und in Privatgärten müssen verboten werden. Gentechnisch veränderte Pflanzen, die extra für einen massiven Glyphosateinsatz entwickelt wurden, haben auf unseren Äckern nichts zu suchen.

Die EU-Kommission hat über die Glyphosat-Wiederzulassung im Frühjahr 2016 nicht abstimmen lassen, weil keine Mehrheit für weitere 15 Jahre Roundup und Co. zustande gekommen wäre. Ein Wahnsinnserfolg des breiten Widerstandes der Zivilgesellschaft! Aber der nächste Abstimmungsversuch wird kommen.

 

Verlängerung der Zulassung von Glyphosat

01.07.2016. Die EU-Kommission hat entschieden: Die ursprünglich geplante Wiederzulassung von Glyphosat für 15 Jahre ohne Auflagen ist geplatzt. Stattdessen gibt es eine Verlängerung der Zulassung um bis zu 18 Monate. Innerhalb dieser Zeit soll die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) die Krebsgefahr von Glyphosat neu bewerten.

Unabhängig davon, wie die Bewertung der ECHA ausfällt: Glyphosat ist hauptverantwortlich für das Artensterben in der Agrarlandschaft. Glyphosat steht im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Glyphosat ist in der Landwirtschaft durch mechanische Verfahren ersetzbar.

Wer es dennoch einsetzt muss sich rechtfertigen!

Deshalb muss die deutsche Landwirtschaft umgehend den Ausstieg aus Glyphosat einleiten.

Die Politik täte gut daran, endlich der Forderung der Menschen in Europa und in Deutschland nach einer Landwirtschaft ohne Pestizide Rechnung zu tragen. Beispielsweise dürften Agrarbetriebe künftig nur noch EU-Fördergelder erhalten, wenn sie nachweisen, dass sie deutlich mehr für den Umwelt-, Klima- und Naturschutz tun.

„Die 8250 Tonnen Glyphosat, die in den kommenden 18 Monaten allein in Deutschland auf die Äcker gelangen, sind 8250 Bücklinge vor Monsanto und Co. Es muss endlich darum gehen, eine EU der Bürger*innen statt eine der Konzerne zu schaffen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Dass den Mitgliedstaaten die Möglichkeit für freiwillige nationale Glyphosat-Beschränkungen eröffnet werden soll, ist nichts weiter als uns Bürgern*innen Sand in die Augen zu streuen. Denn das Einsatzverbot auf öffentlichen Flächen existiert bereits in fast der Hälfte der deutschen Bundesländer. Kein Fortschritt für Deutschland ist auch das Verbot glyphosathaltiger Produkte mit dem Additiv Tallowamin. Diese sind von Monsanto für Deutschland aufgrund öffentlichen Drucks schon 2010 freiwillig vom Markt genommen worden.

Der Hauptteil der in der Landwirtschaft verwendeten Glyphosat-Menge bleibt jedoch unangetastet. Dies stützt eine Agrarindustrie, die ihre Akzeptanz in der Bevölkerung verständlicherweise längst verloren hat.

Unsere Empfehlung: Wer nicht auf das offizielle Ende der "Glyphosat-Ära" warten möchte, sollte die Chance nutzen, dem Einzelhandel, der noch glyphosathaltige Mittel vertreibt, seinen Boykott zu erklären.

Johanne Sailer

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Weitere Hintergrundinformationen liefern folgende Artikel:

  • Systemrelevantes Pestizid? Glyphosat verbieten:Heike Moldenhauer, BUND-Glyphosat-Expertin, beschreibt im BUNDmagazin 1/2016 die Zusammenhänge zwischen den wirtschaftlichen Akteuren der Agrarindustrie und dem Wiederzulassungsgerangel des Herbizides. Wieder einmal scheinen wirtschaftliche Interessen über den Verbraucherschutz gestellt zu werden.


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