Renaturierung von Fließgewässern

Fast alle Gewässer des Landkreises Nienburg wurden in der Vergangenheit naturfern ausgebaut und begradigt. Ziel war es, die Hochwassersituation der Anlieger zu verbessern, landwirtschaftliche Flächen wirtschaftlicher nutzen zu können und die Entwässerung der Siedlungen sicherzustellen. Dadurch verarmten die Lebensgemeinschaften der Bäche und Flüsse und die Hochwasserproblematik wird nur an den Unterlieger weitergereicht.

 

Der Kreuzbach in Blenhorst nach ökologischer Sanierung

Neuer Lebensraum für Neunaugen

- BUND lässt Bach wieder ökologisch fließen -

„Endlich: jetzt können wieder Neunaugen, andere Fische und Insektenlarven im Bach leben und aufwärts wandern. Gut, dass es das Landesprogramm „Kleinmaßnahmen an Fließgewässern“ gibt, damit konnten wir das Projekt bestens umsetzen“, freut sich Lothar Gerner von der BUND-Kreisgruppe Nienburg. Lothar Gerner betreut das Kreuzbachprojekt der BUND-Kreisgruppe in Blenhorst.

Seit es den Gewässerentwicklungsplan für Kreuzbach und Blenhorster Bach gibt, hat die BUND-Kreisgruppe Nienburg geplant, eine Störstelle bei den Blenhorster Teichen zu verbessern. Die Blenhorster Teiche werden seit 2012 vom BUND als Biotop betreut. Da, wo Wasser vom Kreuzbach in die Blenhorster Teiche abgeleitet wird, befand sich ein Betonrohr mit einem 50 cm hohen Wasserabfall. Kein Fisch oder Wasserinsekt konnte über diese Hürde bachaufwärts wandern. So ergab auch eine Elektrobefischung, dass nur wenige Fische im Bach vorkommen. Daher wurde die Beseitigung des Betonrohrs und der Umbau des Baches auf 100 m in eine Sohlgleite geplant.

Da sich dabei die Wasserstände etwas verändern würden, erteilte der Landkreis eine Plangenehmigung, für die ein Fachplan aufgestellt werden musste.

Die Finanzierung des Projekts (15.000 €) erfolgte durch das Land Niedersachsen (13.500 €), den Unterhaltungsverband (1.000 €) und den Landkreis (500 €).

Bauträger wurde die BUND-Kreisgruppe Nienburg. Jetzt ist diese Maßnahme fertiggestellt und wurde offiziell abgenommen (siehe Foto). „Ein tolles Projekt, bei dem man sehen kann, wie durch ehrenamtliches Engagement mit relativ geringen Finanzhilfen von Land und Behörden ein Bach auf 300 Metern Länge wieder naturnah wird“, lobt Martina Hücker von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nienburg die Maßnahmen am Bach.


Offizielle Abnahme an der alten Störstelle

 

 

 

Bearbeitung im Erlenbruch

Zusätzlich haben die Mitglieder der Kreisgruppe in einem ehrenamtlichen Einsatz einen 200 m langen Abschnitt unterhalb der Sohlgleite durch Einbringen von Kies und den Bau von Strömungslenkern aus Holzpflöcken ökologisch aufgewertet (siehe Foto). Nun kann der Kreuzbach wieder frei durch den Erlenbruch mäandern.

 

 

 

Renaturierung Rohrbach

Der Rohrbach in der Samtgemeinde Liebenau gehört zu den wertvollsten Fließgewässern im Landkreis Nienburg. Er ist vom Typ ein kies-sand-geprägter Niederungsbach.

Da der Rohrbach in seiner Geschichte starke Umwandlungen durch Menschen erfahren hat, sind die natürlichen Strukturen nur noch rudimentär vorhanden. Der Bach ist weitgehend begradigt und z.T. in ein neues Bett verlegt worden. Landwirtschaftliche Nutzungen und Siedlungsflächen reichen oft bis an das Bachbett heran.

Im Rohrbach wurden an einigen Stellen Bachneunaugen und Bachforellen festgestellt, stark gefährdete Fischarten. Sie benötigen klare, kühle, sauerstoffreiche Gewässer, die sowohl Kies- als auch Sandbänke enthalten. Querbauwerke behindern die Laichwanderungen.

Im Landschaftsrahmenplan werden für den Rohrbach als Ziele genannt:

-         Die Verlegung in die taltiefste Lage mit der Möglichkeit zu mäandrieren;

-         Gewässergüte zwischen 1 und 2 ermöglichen;

-         Beseitigung aller Wanderungshindernisse im Gewässer;

-         Entwicklung durchgängiger Randstreifen aus Gehölzen und Hochstauden.

Diese Ziele wurden in einem Gewässerentwicklungsplan konkretisiert.

Die BUND-Kreisgruppe bemüht sich, diese Ziele umzusetzen.



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