Fließgewässer im Landkreis Nienburg

 

Fließgewässerzustand im Landkreis Nienburg katastrophal
Der BUND hat die Chemie von Bächen und Gräben untersucht

Nur an zwei Stellen an allen drei Messtagen wurden keine Überschreitungen der Zielwerte gefunden. Dieses außerordentlich schlechte Ergebnis hat selbst die Fachleute von der Kreisgruppe Nienburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erschreckt.

Vier Aktive haben das Projekt vorbereitet, geleitet und ausgewertet: Wilfried Dohrmann, Lothar Gerner, Dr. Kurt Körber und Dr. Anja Thijsen. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung übernahm einen Großteil der Kosten, auch die Nienburger Kreisverwaltung ist an den Ergebnissen sehr interessiert.

Der BUND hat insgesamt 115 Probestellen an kleineren Bächen und Gräben für die Fließgewässeruntersuchung ausgewählt, weil bei denen die benachbarte Nutzung unmittelbaren Einfluss auf die Wasserqualität hat und weil diese Gewässer nicht von den Behörden beprobt werden.

Die BUND-Untersuchungen zeigen, dass die Vorgaben an zahlreichen Fließgewässern sogar um mehr als das Doppelte überschritten wurden. Die größten Verschmutzungen gab es an einigen Gräben im Südwesten des Landkreises.

Wenn man nur die Nährstoffe für Pflanzenwachstum betrachtet (Nitrat, Ammonium, Nitrit und Phosphat), dann ist die Qualität unserer Bäche von Januar bis April gleich schlecht mit über 80 % Überschreitungen.

Für Wasserlebewesen sind die hohen Werte oft tödlich, und der Transport des belasteten Wassers in die Nordsee sorgt dort für große Belastungen des ökologischen Gleichgewichts.

Die Projektbetreuer sind sich sicher, dass der Grund des miserablen Zustandes der Fließgewässer am Übermaß an Nährstoffen zum großen Teil aus der landwirtschaftlichen Nutzung am Rande der Gewässer stammen muss. Denn andere Verursacher gäbe es bei der Lage der Messstellen nicht.

Laut Umweltbundesamt ist für zu viel Stickstoff in unseren Fließgewässern zu 75 % die landwirtschaftliche Nutzung verantwortlich. Dieser hohe Stickstoffeintrag sollte laut Nitratrichtlinie deutlich verringert werden.

 

Der BUND fordert aufgrund der Untersuchungsergebnisse, dass durch das Land Niedersachsen Düngeeinschränkungen für Nitrat und Phosphat umgehend umgesetzt werden und die Förderung von Biogasanlagen eingestellt wird, um den Maisanbau einzuschränken.

 

Gewässerrandstreifen an allen Gewässern müssten vergrößert,

die Gewässerentwicklungspläne für zahlreiche Bäche im Landkreis endlich umgesetzt

und der Weg zu einer ökologischen Gewässerunterhaltung konsequent fortgesetzt werden.

 

Fließgewässerbericht als download



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