AG Wasser

Seit ihrer Gründung im Jahr 2004  traf sich die AG Wasser regelmässig mit dem Ziel, die Umsetzung des Niedersächsischen Wassergesetzes 2004 im Landkreis Nienburg zu begleiten, um auch vor Ort den guten Zustand von Fließgewässern und Grundwasser zu erreichen. Dass dieser nur durch gravierende Eingriffe in die konventionelle Landwirtschaft und die gängige Unterhaltungspraxis erlangt werden kann, wurde - wie in allen Jahren zuvor - in allen Sitzungen thematisiert. Durch die amtliche Überwachung (Monitoring) ist jetzt dokumentiert, dass die industrielle Landwirtschaft der größte flächenhafte  (diffuse) Einleiter von Schadstoffen in Oberflächen- und Grundwasser ist.

Die Aktivitäten der AG Wasser waren und sind:

- Fortführung des Arbeitsschwerpunktes „Ökologische Gewässerunterhaltung“

- Mitarbeit in den Gebietskooperationen und im Wassernetz

- Beteiligung am Flurbereinigungsverfahren und der Erarbeitung von Gewässerentwicklungsplänen

- Umfangreiche Stellungnahmen zu dem Maßnahmen- und Bewirtschaftungsprogramm nach der Wasserrahmenrichtlinie.

Mit der zuständigen Wasserbehörde des Landkreises werden weiterhin die Möglichkeiten zur Renaturierung von Bächen und zur ökologischen Gewässerunterhaltung mit angepasster Unterhaltungsordnung auf verschiedenen Sitzungen diskutiert. Insbesondere die Unterhaltung der Fließgewässer erwies sich als sehr zähes Thema. Durchgängig wird in gewohnter Praxis „hart“ ohne Rücksicht auf die Ökologie unterhalten. Die veralteten Unterhaltungsrahmenpläne und Unterhaltungsordnungen geben nichts anderes her. Allerdings scheint Bewegung ins Geschehen zu kommen: Der Wasserverbandstag hat einer Fortbildung der Gewässerunterhaltungsakteure zugestimmt; Für Gewässer 1. Ordnung (z.B. Weser) gibt es jüngst Erlasse für eine ökologischere Unterhaltung; Für Gewässer 2. Ordnung hat uns der Landkreis zum Ende des III. Quartals 2009 einen Entwurf für eine neue Ordnung zugesagt, der tatsächlich wohl erst im Januar 2013 vorliegen wird.

Die AG Wasser und die Kreisgruppe bemühen sich, durch Teilnahme und Mitsprache Einfluss auf eine naturnähere Entwicklung der Gewässer und ihrer Auen zu nehmen. In den ersten Jahren tagte sie in monatlichen Abständen, heute bei Bedarf und projektbezogen.

Oberflächengewässer

Fast alle Gewässer wurden in der Vergangenheit naturfern ausgebaut, begradigt und ihre Sohle tiefer gelegt. Ziel war es, mehr landwirtschaftliche Flächen wirtschaftlicher und intensiver nutzen zu können, die Entwässerung  der wachsenden Siedlungen zu sichern und die Hochwassersituation der Anlieger zu verbessern. Als Folge davon verarmten die Lebensgemeinschaften der Gewässer erheblich, und es finden sich im Landkreis keine natürlichen, sondern nur noch wenige naturnahe Gewässer bzw. Gewässerabschnitte. Mehr als 80% der Gewässer sind stark verändert, kanalisiert, begradigt, vertieft und nicht durchgängig.

-         Verbesserungsmaßnahmen an den Gewässern: Die Wasserqualität muss besser werden, die Nitrat- und Schlammeinträge sind viel zu hoch und belasten die Wassergüte. Auch in der Strukturgüte und Auenentwicklung sind erhebliche Defizite vorhanden. Um die ökologische Gesamtsituation zu optimieren, müssen die Unterhaltungsrahmenpläne ökologisch überarbeitet und Gewässerentwicklungspläne für alle Gewässer erarbeitet werden. Die Durchgängigkeit der Bäche, das Anlegen von Gewässerrandstreifen und Profilveränderungen müssen endlich umgesetzt und eine eigendynamische Entwicklung zugelassen werden.

-         Hochwasserschutz: er muss ökologischer werden: Schutz und Wiederherstellung von Retentionsflächen und Überschwemmungsgebieten sowie Drosselung von Abflussspitzen aus versiegelten Flächen, Reduzierung der Unterhaltung und Zulassung der eigendynamischen Entwicklung.

-         Naturnahe Unterhaltung: Für die Unterhaltungsmaßnahmen Mahd, Krauten, Räumung und Gehölzpflege müssen jeweils die Notwendigkeit überprüft, die Arbeiten zeitlich und räumlich gestaffelt, schonende Mähgeräte genutzt und die Randstreifen so selten wie möglich gemäht werden.

-         Entwicklung und naturnahe Gestaltung: Geeignete Entwicklungs- und Gestaltungsmaßnahmen sind: Anlegen von Randstreifen, Beseitigung von Böschungs- und Sohlbefestigung sowie ökologische Sperren wie Wehre, Zulassung von Mäanderbildung, Verzicht auf Sohlräumungen, Bau von Sandfängen, Einbringen von Kies und Totholz, Zulassung von Sukzession auf den Böschungen.

Grundwasser

Das Grundwasser muss besser vor Verunreinigungen geschützt werden: Vor allem die Stickstoffeinträge im Landkreis sind viel zu hoch, so dass 60% der Ackerfläche des Landkreises einen über dem Grenzwert liegenden Nitratgehalt im Grundwasser aufweist. Im Übermaß in die Umwelt eingetragener Stickstoff führt zur Verschmutzung des Grundwassers, zur Überdüngung von Gewässern und Landökosystemen, zur Entstehung von Treibhausgasen und versauernden Luftschadstoffen mit ihren Folgen für Klima und Artenvielfalt.

Die Stickstoffüberschüsse müssen endlich auf die für 2010 geforderten 80 kg pro ha und Jahr gesenkt und danach weiter reduziert werden.



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